Die Varusschlacht 9 nach Christus als
Wendepunkt der römischen Expansion
Die Varusschlacht markiert weder den Beginn noch das Ende römischer Aktivitäten in Germanien.
Der Vorstoß des römischen Imperiums beginnt bereits um 17/16 vor Christus unter Kaiser Augustus. Bis 9 nach Christus folgt ein
Aufbau der Infrastruktur (Straßen, Wasserwege, Kanäle, Städte, Bergbau, Metallverarbeitung) unter römischem Einfluss.
Im Sommer 9 nach Christus spricht der Statthalter Varus auf dem Gebiet der Germanen an der Weser römisches Recht und erhebt Steuern.
Die offizielle Einverleibung Germaniens als Provinz (analog Gallien unter Julius Caesar zuvor) steht unmittelbar bevor.
Da lockt der römische Ritter und Cheruskerfürst Arminius den Varus in einen Hinterhalt, als dieser mit drei Legionen
und Tross (ca. 20.000 Mann) in die Winterlager am Rhein umziehen will. In einer mörderischen Abnutzungsschlacht werden die
Legionen vollständig vernichtet, die Reiterei desertiert, die Adler gehen verloren und nur ganz wenige Überlebende
flüchten in das Kastell Aliso an der Lippe. Während die Zeichen römischer Macht in Germanien in Flammen aufgehen, retten sich
die Insassen des an der Lippe gelegenen Lagers an den Rhein. Weitere verlustreiche Feldzüge folgen insbesondere
in den Jahren 14-16 nach Christus unter dem römischen Caesar Germanicus, bis Kaiser Tiberius die Romanisierung Germanies aufgibt.
Unsere Kritik an der Kalkriese-Osnabrücker Land Hypothese:
- Was wollen wir mit dieser Varusschlacht-Präsentation bewirken?
- Betrug, Selbstbetrug oder Irreführung: Varus in Kalkriese?
- Wir danken unseren Lesern für den umfassenden, sehr qualifizierten und konstruktiven Zuspruch zur Kalkriesekritik. Die Beiträge zwingen uns, die Streitschrift laufend zu erweitern und zu ergänzen. Um die Änderungen transparent zu halten, sammlen wir Ergänzungen und Corrigenda zunächst auf einer Seite: Kalkriesekritik-Ergänzungen. Wir möchten Sie bitten und aufrufen, Ihre Kommentare weiter so reichlich an uns zu senden.
- Links zur Kalkriese-Kritik
Unsere Theorie in Kürze:
Unser Buch ist erschienen! Hier finden Sie alle Informationen dazu.
- Pontes Longi bezeichnet die direkte Verbindung zwischen Lippstadt (Lippe-Hafen) und Wiedenbrück (Ems-Hafen). Als wesentliche Infrastruktur-Investition wurde diese Brücken-Straße "Langenbrücken = Wiedenbrück" sicher nicht einfach "in die Natur gestellt", sondern muss dem Verlauf einer wichtigen Verkehrsverbindung folgen und wirtschaftlich bedeutende Orte verbinden (hier: Hellweg H3).
- Aliso, das legendäre Lager an der Lippe, ist identisch mit dem von J.-S. Kühlborn erst kürzlich weitgehend ergrabenen Lager Anreppen. Man beachte die großen Getreidesilos und die entsprechenden Ausführungen in den historischen Quellen.
- Saltus Teutoburgiensis meint ganz ursprünglich nicht, wie zumeist vermutet, das lateinische Wort "saltus" für Wald, Sprung oder Unebenheit. Saltus bezieht sich auf ein heute noch vorhandenes Hydronom, das von den Römern wie Ems (Amisia), Lippe (Lupia) oder Rhein (Rhenus) übernommen wurde: Der Fluss Salze (früher: Salz, germ. Salt) fließt bei Salzuflen in die Werre. Da bei den Römern alle Flüsse männlich waren, wurde daraus Saltus und später ein Wald ... Das Gebiet bezeichnet das Werre-Tal zwischen Detmold und Salzuflen als Verlauf der Abnutzungsschlacht.
- Angrivarierwall: Arminius lockte Germanicus 16 n. Chr. über die Weser bei Minden hinaus, indem er ihm eine offene Feldschlacht (Idistaviso) anbot, welche er 15 n. Chr. (auf der für Legionen geeigneten Senne) noch verweigert hatte. Auf dem zwingenden Rückweg an die Ems arbeiteten bei Kalkiese am Hellweg H2 "vor dem Sandforde" schon die Angrivarer an dem vereinbarten Hinterhalt, in den Germanicus mit dem Hauptteil seiner acht Legionen geriet. Die herben Veluste wurden in Vorberetung seines Triumphzuges 17 n. Chr. einem Sturm auf der Nordsee zugeschrieben ...
© Christian M., Stephan A. und Siegfried G. Schoppe Impressum * Copyright